Software-RAID (SW RAID) ist eine einfache Lösung für die sichere Datenspeicherung ohne komplizierte Konfiguration. Damit lässt sich mithilfe der direkt in Windows verfügbaren Tools ein geschützter Speicher erstellen. Schauen wir uns an, wie Speicherplätze funktionieren und wie sie eingerichtet werden können, ohne Änderungen im BIOS (UEFI) vornehmen zu müssen. Nutzer von Apple-Produkten finden eine ähnliche Anleitung in unserem Artikel über Software-RAID unter macOS: RAID mit dem Festplattendienstprogramm einrichten.
Pokémon-Kenner dürften jetzt sofort hellhörig geworden sein und sich bereits auf einen Kampf um irgendein „Legendäres“ freuen. Leider müssen wir Sie enttäuschen: RAID steht für Redundant Array of Independent Disks, also ein redundantes Array unabhängiger Laufwerke.
Zusammengefasst bedeutet das: Mehrere Laufwerke arbeiten als eine Einheit.
SW RAID (Software-RAID) dient dazu, mehrere Laufwerke zu einem logischen Speicher zusammenzufassen, um Leistung, Datensicherheit oder Kapazität zu verbessern – ohne spezielle Hardware zu benötigen. Früher mussten Festplattenverbünde im BIOS oder mithilfe fortgeschrittener Systemtools eingerichtet werden, was entsprechende Fachkenntnisse erforderte.
Heute versuchen Hersteller, die Bedienung für Nutzer so einfach wie möglich zu gestalten. Betriebssysteme wie Windows oder macOS bieten deshalb eigene Anwendungen, mit denen sich SW RAID relativ einfach über eine grafische Benutzeroberfläche erstellen lässt. Dadurch sind weder eine komplizierte Konfiguration noch tiefere technische Kenntnisse erforderlich.
Speicherplätze ist ein in Windows integriertes Tool, mit dem mehrere Laufwerke zu einem logischen Speicher zusammengefasst werden können.
Wann verwenden: Wenn der Schutz der Daten für Sie keine Rolle spielt und ein Laufwerksausfall nicht kritisch ist. Zum Beispiel: Speichern von Fotos

Wann verwenden: Wenn Sie eine hohe Datenverfügbarkeit und Schutz vor dem Ausfall eines Laufwerks benötigen. Zum Beispiel Datenbanken.

Wann verwenden: Wenn Sie maximalen Datenschutz und eine hohe Verfügbarkeit benötigen. Zum Beispiel kritische Anwendungen oder NAS.


Wann verwenden: Wenn Sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Datenschutz und Speicherkapazität benötigen. Zum Beispiel Dateiserver oder Backups.
Wann verwenden: Wenn Sie bei einer größeren Anzahl von Laufwerken einen hohen Datenschutz benötigen. Zum Beispiel große Speichersysteme oder Archivierung.

Ein großer Vorteil besteht in diesem Fall darin, dass Speicherplätze auch mit externen Laufwerken und Dockingstationen für HDDs/SSDs funktionieren.
Vorteile
Nachteile
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Startmenü > wählen Sie im Kontextmenü Datenträgerverwaltung. Wählen Sie das angeschlossene Laufwerk aus, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Volume löschen. Wiederholen Sie diesen Vorgang bei allen Laufwerken, die Bestandteil der Speicherplätze sein sollen.


Folgen Sie diesem Pfad: Rechtsklick auf das Startmenü > im Kontextmenü Einstellungen > System > Speicher > Erweiterte Speichereinstellungen > Speicherplätze.




Wählen Sie im Bereich Pools über die Schaltfläche Hinzufügen die Option Neuen Speicherpool hinzufügen.

Benennen Sie den Pool und wählen Sie die Laufwerke aus, die Bestandteil des Pools sein sollen. Bestätigen Sie mit Erstellen.

Benennen Sie den neuen Speicherplatz, legen Sie die Größe des Speicherplatzes und seine Resilienz fest. Klicken Sie auf Erstellen und bestätigen Sie.

Vergeben Sie für das Volume eine Bezeichnung, wählen Sie einen Laufwerksbuchstaben, das Dateisystem und bei Bedarf die Größe der Zuordnungseinheit. Klicken Sie auf Formatieren und bestätigen Sie.

Der Speicherplatz wird erstellt. Unter Dieser PC und im Geräte-Manager wird ein neues Laufwerk angezeigt.



Wenn Sie Windows 10 oder Windows 8.1 verwenden, gehen Sie zum Erstellen eines SW RAID nach dieser Anleitung vor:
Folgen Sie diesem Pfad: Systemsteuerung > System und Sicherheit > Speicherplätze.


Klicken Sie auf Neuen Pool und Speicherplatz erstellen.

Wählen Sie die Laufwerke aus, die zum Erstellen des Speicherpools verwendet werden sollen. Je nachdem, ob die Laufwerke formatiert sind oder nicht, wird einer der folgenden Status angezeigt.

Vergeben Sie einen Namen und einen Laufwerksbuchstaben, wählen Sie das Dateisystem des Pools, die Resilienz und die Größe des Pools. Klicken Sie auf Speicherplatz erstellen.

Der Speicherplatz ist erstellt. Sie können ihn unter Speicherplätze verwalten, in der Datenträgerverwaltung und unter Dieser PC anzeigen.



Manchmal ist es notwendig, ein SW RAID zu entfernen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Sie die Hardware oder Konfiguration ändern, beispielsweise ein neues Laufwerk hinzufügen oder die Anzahl der angeschlossenen Laufwerke ändern, das RAID nicht mehr benötigen oder das Betriebssystem neu installieren möchten. Gehen Sie in diesem Fall nach der folgenden Anleitung vor.
Folgen Sie diesem Pfad: Rechtsklick auf das Startmenü > im Kontextmenü Einstellungen > System > Speicher > Erweiterte Speichereinstellungen > Speicherplätze.




Wählen Sie den Speicherpool aus, mit dem Sie arbeiten möchten.

Scrollen Sie nach unten zum Eintrag Diesen Speicherpool löschen. Klicken Sie auf die Schaltfläche Löschen.


Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Startmenü > wählen Sie im Kontextmenü Datenträgerverwaltung. Wählen Sie das Laufwerk ohne Partition aus und erstellen Sie mithilfe des Assistenten ein Volume. Wenn Sie die Laufwerke weiterhin im System verwenden möchten, muss ein neues Volume erstellt werden.

Wenn Sie noch Windows 10 oder Windows 8.1 verwenden, gehen Sie zum Entfernen von Speicherplätze wie folgt vor:
Folgen Sie diesem Pfad: Systemsteuerung > System und Sicherheit > Speicherplätze.


Klicken Sie auf Einstellungen ändern und anschließend in der Kategorie Speicherplätze innerhalb des Speicherpools auf Löschen.

Überprüfen Sie, ob es sich um den Speicherplatz handelt, den Sie löschen möchten, und klicken Sie auf Speicherplatz löschen.

Nach dem Löschen des Speicherplatzes muss auch der Speicherpool über Pool löschen entfernt werden.

Die Laufwerke werden „getrennt“ und sind anschließend unter Dieser PC und in der Datenträgerverwaltung wieder einzeln sichtbar. Benennen Sie die Laufwerke bei Bedarf.


Zusammenfassung: RAID ist ein hervorragendes Werkzeug, um einen kontinuierlichen Zugriff auf Daten zu gewährleisten und vor dem Ausfall eines oder mehrerer Laufwerke zu schützen. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass RAID kein Backup ersetzt. Es schützt zwar vor Hardwareausfällen, hilft jedoch nicht bei versehentlichem Löschen von Dateien, Ransomware-Angriffen, Datenbeschädigung, Benutzerfehlern oder beispielsweise dem Diebstahl des Geräts.
RAID sollte daher immer nur ein Bestandteil des Datenschutzes sein. Damit die Daten wirklich sicher sind, empfiehlt es sich, die 3-2-1-Regel einzuhalten: mindestens 3 Kopien der Daten, gespeichert auf 2 verschiedenen Medientypen, wobei 1 Kopie außerhalb des Hauptgeräts oder Standorts aufbewahrt werden sollte. Die Kombination aus RAID und regelmäßigen Backups ist die zuverlässigste Möglichkeit, das Risiko des Verlusts wichtiger Daten zu minimieren.
AXAGON Tipp Wenn Sie Laufwerke haben und nicht wissen, wohin damit, helfen Dockingstationen:
Für zwei Laufwerke:
EEM2-20GD
ADSA-M2C
ADSA-M2C22
ADSA-M2C22L
ADSA-CC
ADSA-DC
ADSA-D25
ADSA-SN
Für mehrere Laufwerke:
ADSA-M2C44